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Duftnoten-Lexikon · Jasmin

Duftnoten-Lexikon

Jasmin

Jasmin ist neben der Rose die große Blüte der Parfümerie — und die geheimnisvollere von beiden. Die kleinen weißen Blüten duften am stärksten in der Nacht und den frühen Morgenstunden, weshalb sie vor Sonnenaufgang von Hand gepflückt werden. Ihr Duft ist weiß-blumig und cremig, trägt aber eine warme, fast animalische Tiefe, die man der zarten Blüte nicht ansieht. Bei Wyld Notes steht Jasmin gleich in drei Herzen — unter anderem bei White Lie und Smokey Ember.

Jasminum grandiflorum

Frische weiße Jasminblüten mit Knospen und dunkelgrünen Blättern auf dunklem Teller

Die Pflanze

Jasmin ist ein Klettergehölz aus der Familie der Ölbaumgewächse; die Parfümerie arbeitet vor allem mit zwei Arten: Jasminum grandiflorum, historisch die Blüte von Grasse, heute großflächig in Ägypten und Indien angebaut — und dem kleinblütigeren Jasminum sambac, der auch den Jasmintee duften lässt. Die Blüten sind empfindlich wie kaum ein anderer Rohstoff: Sie werden in Körben gesammelt und müssen noch am selben Tag verarbeitet werden.

Vom Feld in den Flakon

Für den Wasserdampfkessel ist Jasmin zu zart — die Hitze zerstört genau die Stoffe, um die es geht. Deshalb wird extrahiert: Lösungsmittel lösen die Duftstoffe schonend aus den Blüten, am Ende steht ein Absolue. Die Ausbeute ist winzig; für ein einziges Kilogramm braucht es hunderttausende von Hand gepflückte Blüten. Das macht Jasmin-Absolue zu einem der kostbarsten Rohstoffe der Parfümerie — und erklärt, warum es fast immer sparsam dosiert wird.

So riecht Jasmin

Fachlich beschrieben: weiß-blumig und cremig im Kern, mit einer honigsüßen, leicht fruchtigen Facette — und darunter das berühmte Indol, ein Stoff, der in Spuren warm und animalisch wirkt und dem Jasmin seine Tiefe gibt. Genau diese Doppelnatur unterscheidet ihn von braver Blumigkeit: Jasmin ist Blüte und Haut zugleich. Neben pudrigen Partnern wirkt er klassisch, neben Rauch und Harz überraschend erwachsen.

Die Rolle in der Pyramide

Jasmin ist die Herznote schlechthin: substanzreich genug für Stunden, zu kostbar und zu präsent für den flüchtigen Auftakt. Bei Wyld Notes zeigt er seine Spannweite — im Herzen von White Lie steht er neben Rose für die klassische Lesart, bei Smokey Ember neben Muskatellersalbei, wo die Blüte gegen Wald und Rauch antritt.

In diesen Wyld-Notes-Düften

Womit die Note harmoniert

Mit Rose (das klassische Blumen-Duett, wie in White Lie), mit krautigen Partnern wie Muskatellersalbei, die seine Süße erden — und mit Vanille und Tonka, die seine cremige Seite verstärken.

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