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Das Feldnotizbuch

Das Parfüm-Glossar

Die Fachbegriffe der Parfümerie, von A wie Absolue bis W wie Wasserdampfdestillation — kurz, fachlich und zum Nachschlagen aus jedem Artikel heraus. Die riechbaren Noten selbst stehen nicht hier, sondern im Duftnoten-Lexikon; das Glossar erklärt das Handwerk drumherum.

A

Absolue
Ein hochkonzentrierter Blütenextrakt für Rohstoffe, die die Hitze der Wasserdampfdestillation nicht vertragen — Jasmin und Osmanthus sind die Klassiker. Lösungsmittel lösen die Duftstoffe schonend aus der Blüte; nach deren Entfernung bleibt das Absolue: dickflüssig, intensiv und näher an der lebenden Blüte als jedes Destillat.Osmanthus im Lexikon — ein klassisches Absolue
Akkord
Mehrere Noten, die zusammen einen neuen, eigenständigen Duft-Eindruck ergeben — wie ein Musikakkord aus Einzeltönen. Der berühmteste ist der Fougère-Akkord aus Lavendel, Cumarin und Eichenmoos. Wer eine Duftpyramide liest, liest genau genommen Akkorde, keine Einzelzutaten.

C

Chypre
Eine der großen Duftfamilien, benannt nach dem französischen Wort für Zypern: klassisch gebaut aus Bergamotte im Kopf, einem blumigen Herzen und einer Basis aus Eichenmoos, Patchouli und Labdanum. Chypre-Düfte wirken trocken, erwachsen und eher herb als süß.

D

Drydown
Die letzte Phase eines Parfüms auf der Haut, wenn Kopf- und Herznoten verflogen sind und nur die Basis arbeitet — Hölzer, Harze, Moschusartiges. Viele Düfte entscheiden sich erst hier: Deshalb testet man ein Parfüm bis in den Drydown, bevor man es kauft.Sillage, Drydown, Longevity — der Artikel dazu
Duftfamilie
Die grobe Landkarte der Parfümerie: Düfte werden nach ihrem Grundcharakter in Familien sortiert — zitrisch, blumig, holzig, orientalisch/ambriert, Chypre, Fougère, Gourmand. Die Einteilung ist Konvention, keine Wissenschaft, aber sie hilft beim Suchen: Wer weiß, welche Familie ihm liegt, findet schneller.Der Duftberater sortiert die Wyld-Notes-Düfte nach Richtungen
Duftpyramide
Das Modell, das einen Duft als zeitlichen Ablauf beschreibt: Kopfnote (die ersten Minuten), Herznote (die folgenden Stunden), Basisnote (der lange Ausklang). Die Pyramide ist ein Zeitplan, keine Mengenangabe — und das wichtigste Werkzeug, um einen Duft vor dem Kauf einzuschätzen.Kopf, Herz, Basis — ausführlich erklärt

E

Eau de Toilette, Eau de Parfum, Extrait
Die Handelsnamen für die Duftstoff-Konzentration: Ein Eau de Toilette enthält grob 5 bis 12 Prozent Duftstoffe, ein Eau de Parfum etwa 12 bis 20, ein Extrait (Parfum) noch mehr. Höhere Konzentration heißt meist länger und hautnäher, nicht automatisch „besser" — die Übergänge sind fließend und von Haus zu Haus verschieden.

F

Fixateur
Jeder Stoff, der flüchtigere Duftpartner verlangsamt und den Duft dadurch länger auf der Haut hält. Natürliche Fixateure sind schwere Basisnoten wie Harze, Hölzer, Patchouli, Vetiver oder die Tonkabohne — die Basis eines Parfüms ist also nicht nur Duft, sondern auch Anker.Vetiver im Lexikon — ein natürlicher Fixateur
Fougère
Französisch für „Farn": die Duftfamilie um den Akkord aus Lavendel, Cumarin und Eichenmoos, begründet 1882 mit „Fougère Royale" — dem ersten Parfüm mit synthetisch hergestelltem Cumarin. Auf diesem Dreiklang baut ein Großteil der klassischen Herrenparfümerie.Tonkabohne im Lexikon — die natürliche Cumarin-Quelle

G

Gourmand
Die jüngste der großen Duftfamilien: Düfte, die essbar riechen — nach Vanille, Karamell, Kakao, Gebäck. Im Wyld-Notes-Startsortiment ist Sweet Decadence mit seiner Tonka-Vanille-Basis der Vertreter dieser Richtung.

H

Hydrolat
Das duftende Wasser, das bei der Wasserdampfdestillation als zweites Produkt neben dem ätherischen Öl entsteht. Rosenwasser aus der Küche ist genau das — das Hydrolat der Rosendestillation. Mild im Duft, wird es eher in Kosmetik und Küche verwendet als im Parfüm.

I

IFRA
Die International Fragrance Association, der Branchenverband der Duftstoffindustrie. Ihre IFRA-Standards legen für viele Duftstoffe — auch natürliche — Höchstmengen je Produktart fest; seriöse Hersteller rechnen jede Rezeptur dagegen. Für Selbermischer ist das der Grund, bei bewährt niedrigen Verdünnungen zu bleiben.
INCI
Die International Nomenclature of Cosmetic Ingredients — das Namenssystem, nach dem Kosmetik-Zutaten weltweit einheitlich deklariert werden. Ihm verdankt jede Packung das Wort „Aqua" für Wasser — und das Sammelwort „Parfum", hinter dem eine ganze Duftformel stehen darf.„Parfum" auf der Liste — der Artikel dazu

K

Kaltpressung
Das Gewinnungsverfahren der Zitrusöle: Die Öldrüsen sitzen in der Fruchtschale und werden mechanisch ausgepresst — ohne Hitze, daher der Name. Deshalb riechen Bergamotte, Zitrone und Orange im Parfüm so unmittelbar nach frisch geriebener Schale.Destillieren, Pressen, Extrahieren — die drei Wege

L

Layering
Das Kombinieren zweier Düfte übereinander oder nebeneinander, sodass ein dritter, eigener Eindruck entsteht. Funktioniert am besten mit einer Brückennote, die in beiden Pyramiden steht, und mit dem leiseren Duft zuunterst.Perfume Layering für Einsteiger — die Anleitung

M

Mazeration
Die Reifezeit eines Parfüms: Nach dem Mischen ruht die Rezeptur Wochen bis Monate in Tanks (oder beim Selbermischen im dunklen Glas), bis sich die Bestandteile verbunden haben und der Duft „rund" klingt. Ein frisch gemischtes Parfüm riecht kantiger als dasselbe nach der Reife.

P

Projektion
Wie weit ein Duft von der Haut absteht, während man still steht — der Radius, in dem andere ihn wahrnehmen. Verwandt mit der Sillage, aber nicht dasselbe: Projektion ist die Blase im Stehen, Sillage die Spur in Bewegung.

S

Sillage
Französisch für „Kielwasser": die Duftspur, die im Raum bleibt, nachdem jemand hindurchgegangen ist. Viel Sillage ist kein Qualitätsmerkmal und wenig keins für Schwäche — es ist eine Stilfrage. Gesprochen wird es „ßi-jaasch".Sillage, Drydown, Longevity — der Artikel dazu
Skin Scent
Ein Duft, der nach kurzer Zeit ganz nah an die Haut rückt und nur noch aus der Nähe wahrnehmbar ist — „Hautduft". Für die einen ein Mangel, für die anderen genau das Gesuchte: ein Parfüm für sich selbst statt für den Raum.

W

Wasserdampfdestillation
Das häufigste Gewinnungsverfahren für ätherische Öle: Wasserdampf strömt durch Pflanzenmaterial, nimmt die flüchtigen Duftstoffe mit und wird abgekühlt — Öl und Wasser trennen sich von selbst. So entstehen unter anderem Lavendel-, Wacholder- und Vetiveröl.Lavendel im Lexikon — ein klassisches Destillat

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